Teenager schläft

#8: Warum dein Teenager bis 14 Uhr schlafen kann

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Sag mal ist das bei dir auch so? Es ist Sonntagmorgen 10.00 Uhr, alle sitzen am Frühstückstisch und dein Teenager kommt einfach nicht aus dem Bett, obwohl du ihn schon 3x geweckt hast?

Gegen 12.00 Uhr beginnst du pingelig genau den Flur vor seinem/ihrem Zimmer zu saugen. Dabei stößt du – natürlich rein zufällig – 5x mit der Saugerbürste an die Zimmertür. Noch immer nichts…

Gegen 14.00 Uhr kriecht dein Teenie so langsam aus seinem Zimmer, schlurft in die Küche und wundert sich, wie man nur bereits seit 6 Stunden wach sein kann.

Kommt dir das auch bekannt vor?

Dann habe ich eine gute Nachricht für dich –  Teenager machen das in der Regel NICHT, um dich oder andere Familienmitglieder zu ärgern! Jugendliche sind in diesem Fall Opfer ihres Körpers, genauer gesagt der Zirbeldrüse.

Teenie schläft

Das Schlafhormon Melatonin wird in der Zirbeldrüse produziert. Mit Beginn des Erwachsenwerdens kommt eine Zeit, in der diese Drüse erst mit guten 2 Stunden Verspätung auf Touren kommt. 

Was genau heißt das? Bei Kindern beginnt die Produktion des Schlafhormons so, dass diese am frühen Abend müde werden. Bei Jugendlichen hat die Zirbeldrüse um diese Zeit noch nicht mal mit ihrer Arbeit angefangen. Daher liegen viele Teenager oft bis nach Mitternacht wach und sind natürlich morgens wie gerädert. Denn das Schlafhormon wird durch die Verschiebung auch erst viel später abgebaut. Dein Teenager ist einige Jahre quasi im Dauer-Jetlag!

Aber: Die Schule passt ihre Anfangszeiten nicht an den veränderten Biorhythmus der Jugendlichen an. So sind diese unter der Woche oft unfreiwillig komplett übermüdet und das, obwohl der Körper in der Wachstumsphase viel Schlaf bräuchte. Am Wochenende holen sie dieses Schlafdefizit einfach nach, was eine sehr gesunde und wichtige Verhaltensweise ist!
Dein Teenager ist weder aufmüpfig noch respektlos oder gar beleidigend, wenn er morgens nicht aus dem Bett kommt. Oft ist das nicht mal seine eigene, freiwillige Entscheidung, sondern einfach sein veränderter Biorhythmus.

Mein Tipp:

Lass deinen Teenager am Wochenende einfach mal ausschlafen. Er hat einen inneren Jetlag, auch Social Jetlag genannt, und braucht erst ein paar Jahre, um wieder auf Spur zu kommen. Denk mal an deine Jugend zurück, wie oft bist du spät ins Bett und hast lange gepennt? Das hört auch irgendwann in der Regel wieder auf. Oder stehst du heute noch immer erst gegen 14.00 Uhr auf? Manchmal würden wir das gerne nochmal tun, aber sei ehrlich, irgendwann treibt es doch jeden von uns früher aus dem Bett. Vergleiche dein eigenes Schlafverhalten nicht mit dem deines Kindes. Das bringt nichts! Ihr habt einen ganz anderen Biorhythmus und dafür kann dein Teenager nichts.

Also lass deinem Kind seinen Schlaf sofern es geht. Es gibt Tage da muss man aufstehen, ganz klar. Aber der ein oder andere treibt sein Kind auch gerne mal „aus Prinzip“ aus dem Bett. „So lange schläft MAN nicht“ Aha wer ist denn genau bitte dieser MAN? Wenn nichts ansteht, dann lass deinen Teenager halt den halben Tag auch mal „aus Prinzip“ verschlafen. Du wirst die Lorbeeren für deine Nachsichtigkeit mit Sicherheit schneller ernten, als du es dir vorstellst.

Jugendliche müdeVerständnis für die Situation deines Kindes ist in der Pubertät sehr wichtig. Mindestens genauso wichtig ist es aber, dein Kind seine eigenen Erfahrungen und auch Fehler machen zu lassen. Stell deine Zweifel und Ängste mal zurück und gib ihm die Verantwortung für sein Aufstehen zurück!

Was meine ich damit? 

Dein Teenager steht auch nach dem zwanzigsten Weckversuch nicht auf. Egal wie kreativ du wirst und was du alles probierst – Er bleibt einfach liegen. Dann würde ich dir raten wie folgt vorzugehen: 

  • Mach ihm klar, dass es zu seinem Problem wird, wenn er zu spät oder gar nicht in die Schule kommt.
  • Erkläre ihm, dass du nicht die Zeit hast, ihn jeden Morgen mehrfach vergebens zu wecken und dann  noch persönlich in die Schule zu fahren. 
  • Deshalb weckst du ihn ab jetzt jeden Morgen nur einmal und widmest dich dann deinem eigenen Alltag. 
  • Du fährst ihn weder zur Schule, noch schreibst du ihm eine Entschuldigung fürs Zuspätkommen. 

Und wenn du jetzt denkst du gibst deinem Kind damit einen Freifahrtschein zum Schule schwänzen: unterschätze dein Kind nicht! Ja vielleicht schwänzt es einen Tag die Schule oder kommt anfangs oft zu spät, aber meinst du wirklich dein Kind lässt sich gerne von den Lehrern oder dem Direktor zurechtweisen? 

Und vor allem dann, wenn dein Kind weiß: Meine Mutter/Vater wird nicht mal schnell eine Entschuldigung schreiben, sondern das ist jetzt meine Baustelle und ich trage die Konsequenzen. 

In den meisten Fällen wird deinem Teenager diesen Stress nicht wert sein. 

Wichtig ist: Bleib standhaft! Denn nur so bleibst du glaubwürdig. Überlege dir ein genaues ,,Warum‘‘ hinter deinem Handeln und zieh es durch! Die Rebellion des Nicht-Aufstehen-Wollens wird nur dann enden, wenn dein Kind merkt du meinst es ernst.

Und immer daran denken: Kinder  / Teenager schlafen in aller Regel für sich und nicht, um andere damit zu ärgern 🙂

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